Wärmepumpe im Altbau — Funktioniert das?
Viele Hausbesitzer fragen sich: Kann ich eine Wärmepumpe in meinem alten Haus einbauen? Die Antwort: In den meisten Fällen ja — aber es gibt einiges zu beachten.
Das Vorurteil
Lange hiess es: Wärmepumpen funktionieren nur im Neubau mit Fussbodenheizung. Das stimmt so nicht mehr. Moderne Wärmepumpen arbeiten auch mit Vorlauftemperaturen von 55-60 Grad effizient — das schaffen die meisten Heizkörper.
Die entscheidende Frage: Heizlast
Wie viel Wärme braucht Ihr Haus? Ein unsanierter Altbau braucht vielleicht 150 kWh/qm/a, ein teilsanierter 100 kWh, ein gut gedämmter 50 kWh. Je niedriger die Heizlast, desto besser funktioniert die Wärmepumpe.
Was Sie prüfen sollten
Heizkörper: Gross genug für niedrige Vorlauftemperaturen? Test: Heizung auf 50 Grad einstellen — wird das Haus warm? Dämmung: Zumindest Dach und Kellerdecke sollten gedämmt sein. Fenster: Doppelverglasung ist Minimum.
Luft-Wasser vs. Erdwärme
Luft-Wasser-Wärmepumpen sind günstiger (25.000-35.000 Euro) und einfacher zu installieren. Erdwärme ist effizienter, aber teurer (35.000-50.000 Euro) und braucht Platz für Bohrungen oder Kollektoren. Für die meisten Altbauten in Remscheid ist Luft-Wasser die beste Wahl.
Hybridlösung als Alternative
Eine Wärmepumpe kombiniert mit der vorhandenen Gasheizung: Die Wärmepumpe übernimmt 70-80% der Heizarbeit, die Gasheizung springt nur an sehr kalten Tagen ein. Günstiger Einstieg, später kann die Gasheizung ganz entfallen.
Wirtschaftlichkeit im Altbau
Beispielrechnung für ein teilsaniertes Haus (100 kWh/qm, 140 qm): Alter Oelverbrauch: 2.800 Liter = 3.360 Euro/Jahr. Wärmepumpe Stromkosten: ca. 1.400 Euro/Jahr. Ersparnis: ca. 2.000 Euro/Jahr.
Unser Rat
Lassen Sie einen Energieberater prüfen, ob Ihr Haus Wärmepumpen-geeignet ist. Die Beratung wird zu 80% gefördert. In den meisten Fällen ist die Antwort positiv — und die Förderung macht den Umstieg attraktiv.
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